Coldplay – Amsterdam.

Coldplay – Amsterdam.

Es gibt Songs, die kreuzen dich flüchtig, andere begegnen dir mehrmals und dann gibt es diejenigen, die dich begleiten. Ein halbes oder sogar ein ganzes Leben lang. Was für eine Plattitüde und doch – in ein paar sehr seltenen Fällen – äusserst treffend. „Amsterdam“ von Coldplay ist ein solcher Song, der mich schlicht und einfach nicht loslassen will.

Kennengelernt haben wir uns 2003 in Australien. Ich damals 17, als Austauschstudent auf Entdeckungsreise in der grossen weiten Welt. „Amsterdam“ hingegen mit knapp 1 Jahr noch fast frisch ab Presse. Trotzdem wurde ich schlagartig in dessen Bann gezogen.

Während ich mich über all die Jahre stark verändert und weiterentwickelt habe, entfaltet Coldplays „Amsterdam“ auch heute noch seine ursprüngliche Schönheit und Kraft. Wie schon 2003, als ich den Song das erste Mal gehört habe.

Damals war ich nicht nur 17, sondern auch ein eher leidenschaftsloser Pianist. Erst der Musikunterricht am Notre Dame College entfachte meine Liebe zum modernen Klavierspiel. In der klasseneigenen Band spielten wir Songs von den Beatles, Elton John, Ben Folds Five oder auch von Coldplay. Bei Allans Music in Melbourne kaufte ich mir dann die Pianonoten des Albums „A Rush Of Blood To The Head“, in dem als letztes Stück die DNA von „Amsterdam“ abgedruckt war. Und als ich das Lied wenig später der Klasse vortrug, war das einer meiner schönsten Momente, damals in Shepparton, Australien.

Seither hat sich „Amsterdam“ immer wieder in einer meiner Lieblings-Playlists eingenistet und mich während meinen Ausbildungen und in fernen Ländern begleitet. So auch im Sommer 2017 in Finnland. Mit einer Kollegin verbrachte ich 10 Tage in Skandinavien; zwischen Velowegen, Festivalbühnen und Seestrassen. Auf der Schiffreise von Helsinki zurück nach Stockholm sangen wir zu später Stunde – dem Duty-Free-Shop sei Dank – ein Karaoke-Duett. Berauscht vom kurzzeitigen Ruhm und dem teuren Bier hörten wir in der sternenklaren finnischen Nacht auf dem Oberdeck der Silja Serenade rund eine Stunde Musik aus den Kopfhörern. An viele Lieder kann ich mich nicht mehr erinnern, „Amsterdam“ war aber zweifelsohne dabei. Ein magischer Moment.

Die mit „Amsterdam“ verbundenen Erinnerungen gehören mitunter zu den schönsten meines Lebens. Und genau hier liegt die Kraft der Musik. Sie transportiert uns zurück zu scheinbar trivialen Ereignissen und lässt uns diese rekonstruieren und nochmals erleben.

 

Nach der Euphorie.

Nach der Euphorie.

Angekommen.

Angekommen.