Nach der Euphorie.

Nach der Euphorie.

Der November hat’s nicht leicht. Niemand mag ihn. Die herbstlichen Farben sind längst verblichen und die idyllische Winterzeit lässt noch sehnlichst auf sich warten. 30 Tage lang ruft er die dunkelsten Gefühle aus unserem Inneren hervor. Zuweilen fühlt sich das an wie eine Fahrt durch einen Tunnel. Nur, dass wir vergessen haben, wo wir herkamen, wo die Reise hingeht und wie lange sie verdammt nochmal dauert.

Der November ist oft ein mieser Transformator und Auslöser einer kurzzeitigen unerklärlichen bipolaren Störung. Er verwandelt die Party des Jahrhunderts vom Vorabend in einen unerträglichen Kater am nächsten Morgen. Wie der Lötschberg Basistunnel, der den ahnungslosen Passagier in nur 15 Minuten von der Sonnenstube Wallis in die nebelverhangene Tristesse des Unterlandes katapultiert. Kurz: Der November lässt unser über die sorgenfreien Sommermonate aufgebautes Hochstimmungsbarometer mit überschrittener Geschwindigkeit in die Tiefe schnellen.

In anderen Fällen führt uns der November jedoch auch vor Augen, was uns im abenteuerlichen Sommer vielleicht zu sehr geblendet hat. Die Wahrheit kommt im Dunkeln erbarmungsloser zu Tage als im lauen Sommerlicht. Und so sitzen wir scheinbar alleine in einem Clapton’schen „Train to nowhere“. Und doch wird es schon wieder heller, das Ende des Tunnels naht.

 

Jack White – Love Interruption.

Jack White – Love Interruption.

Coldplay – Amsterdam.

Coldplay – Amsterdam.